Ausflug mit Frauen am 17. September 2017

Die Einladung zum Ausflug am Bettag-Sonntag machte neugierig. Wahrscheinlich vor allem, weil sie nur wenige Informationen enthielt. Es hiess nur: "Wir fahren mit Schiff und Bus ins Appenzell nach Teufen". Schon dieser Text liess viele Fragen offen. Aber Reisemarschall Roland Bittlingmaier war durch nichts dazu zu bringen, mehr Details bekannt zu geben. Über die Schifffahrt konnte nur soweit spekuliert werden, dass sie vermutlich auf dem Bodensee stattfinden werde. Aber zum eigentlichen Reiseziel blieben alle Fragen offen.

Mit einem neuen Müller-Bus nahm Chauffeur Thomas Reichle die neugierigen und erwartungsvollen 36 Damen und Herren auf den Parkplätzen Fallacher und Gemeindehaus in Empfang. Um halb acht Uhr konnte die Reise beginnen. Allerdings hielt sich auch der Chauffeur mit Informationen über den Ausflugstag zurück. So fuhren wir im Car über Zürich und Winterthur gespannt nach Romanshorn. 

Im Hafen lag das Motorschiff "St. Gallen" und wir konnten im hinteren Teil des Hauptdecks Platz nehmen. Hier warteten gedeckte Tische mit Gipfeli auf uns und dazu wurde Kaffee serviert. Unser Schiff fuhr auf der Schweizerseite des Bodensees mit einigen Zwischenhalten nach Kreuzlingen. Spezielles Interesse fand dabei vor allem das Gebiet um die Schiffsstation Altnau, bei verschiedenen Turnern bekannt von den Velotouren am Bodensee.

In Kreuzlingen verliessen wir das Bodenseeschiff und wechselten wieder in den Car, der auf dem Parkplatz bereits auf uns wartete. Die Fahrt führte durch kleine und grössere Ortschaften in "Mostindien" und wir näherten uns der Stadt St. Gallen. Von dort ging es bergauf durch das Appenzellerland und zu unserem Reiseziel oberhalb der Gemeinde Teufen. 

Das Überraschungsziel war der Erlebnisgasthof "Waldegg". Bereits beim Betreten des Gebäudes wurde klar, warum Roland Bittlingmaier im Vorfeld mit Informationen so geizte. Das alte Gasthaus Waldegg war noch ein Bauernhof mit angegliederter Wirtschaft. Dieses Haus fiel im Februar 1981 einem Brand zum Opfer. Bereits im August 1982 konnte das Restaurant wieder öffnen.  

Nach verschiedenen Umbauten und Erweiterungen wurde 2001 aus dem angebauten ehemaligen Gaden ein Erlebnisgasthof. Wir hatten unseren Platz im "Schnuggebock". Dieser ist aus Einrichtungen alter abgebrochener Häuser aufgebaut worden. Hier wird die Zeit behutsam zurückgestellt. Beim Grosi im Bauernhaus geht es nostalgisch zu und her, alles geht einen Tick langsamer. Es gibt währschafte Kost; kein Schickimicki, nichts vom anderen Ende der Welt. Einheimische Äpfel statt exotische Orangen und Essen wie früher. Wie zu Grosis Zeiten gibt es keine Kreditkarten, im Schnuggebock ist darum nur Barzahlung, oder Zahlung auf Rechnung möglich. Und wie bei Grosi kommt das Essen für alle im grossen Topf auf den Tisch, man schöpft selber und stellt das Geschirr zusammen. Nach einer feinen Suppe werden der Salat und der Hauptgang auf den Tisch gestellt. Roland hatte für uns den "Appenzeller Schmaus" gewählt. Dazu gehören Chäshörnli, Siedwurst, Appenzeller Schnitzel, Pouletbrüstchen, Beinschinken und natürlich Apfelmus. Das Menu und das spezielle Bier mit einem leichten Tannengeschmack waren ein Genuss!

Das Haus hat aber noch mehr zu bieten. 2006 kamen zwei weitere Restaurants, der "Tintelompe" und "Tante Emmas-Ladenbeizli" dazu. Der Tintelompe ist ein Schulzimmer mit alten Schulbänken und Wandtafel und dort wird, wenn auch nicht ganz so streng, nach alter Väter Sitte Schule gehalten. Zwischendurch gibt es dort immer wieder grössere Pausen fürs Essen oder für kurze Spaziergänge in der Nachbarschaft. Im Obergeschoss, im Tante Emma-Ladenbeizli besteht die Dekoration aus einem echten alten Spezereien-Laden. Eine Attraktion sind auch die alten Toiletten im Untergeschoss. Es gibt Plumpsklos wie zu alten Zeiten und die Hände wäscht man in alten Wäschezubern.

Für unsere Gruppe ging es nach dem Mittagessen zur nächsten Station, ins "Ziiträdli". Das ist eine alte Backstube mit einem Holz-Backofen, auf dem nach einmaligem Einheizen den ganzen Tag gebacken werden kann. Auf uns wartete der Bäckermeister, der uns in die Kunst des Bibermachens einweihte. Anschliessend waren wir Amateurinnen und Amateure mit viel Ehrgeiz mit dem Andrücken des Teigs in die Biberform, dem Einfüllen der Mandelfüllung, dem Zuschneiden des Bibers und dem Dekorieren gefordert. Während die Biber im Ofen gebacken wurden, gab es für alle Kaffee und selbst gebackenen Zwetschgenkuchen mit Schlagrahm. Nachdem die Biber aus dem Ofen genommen, etwas abgekühlt und verpackt waren, ging das Erlebnis auf der Waldegg langsam zu Ende. Es hat sich gelohnt – dieser Gasthof hat es in sich! Man kann sich hier ohne Weiteres einen ganzen Tag vergnügen.

Bevor wir wieder im Reisecar Platz nahmen, bat Roland die ganze Gruppe noch zum Fototermin vor die Waldegg. Jetzt lag noch die Heimfahrt vor uns. Über die Hundwilerhöhe, die Wasserfluh und den Ricken fuhren wir zurück nach Küsnacht und wurden an den Einsteigeorten in den Abend entlassen. Roland Bittlingmaier hat es einmal mehr verstanden, uns zu überraschen und an einen unbekannten Ort zu entführen. Wir hoffen und sind sicher, dass Roland und Helga auch in zwei Jahren wieder einen überraschungsreichen Sonntag für uns organisieren werden. Dass unser Reisemarschall dazu noch Petrus soweit beeinflussen konnte, dass auch das Wetter mitspielte, war das Sahnehäubchen auf den tollen Ausflugstag. Vielen Dank an die Organisatoren.

Hans Blarer

Bericht zum Ausdrucken
2017 Ausflug Bericht.pdf (632.01KB)
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